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Hochwasserschutz an der Wurm – Feuchtgebiete am Rio Grande

  • marcelseipel
  • 24. Apr. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Die Wurm im Winter 2025 in Frelenberg
Die Wurm im Winter 2025 in Frelenberg

Am 31. März 2025 gab der Wasserverband Eifel-Rur, kurz WVER, in der Turnhalle der GGS Frelenberg den derzeitigen Stand der Pläne zu den Hochwasserschutzmaßnahmen in unserer Region bekannt.


Gut gefüllt war die Turnhalle, kein Wunder, denn nach dem Hochwasser im Jahre 2021, bei dem mein Heimatort sehr stark betroffen war, war es doch höchste Zeit, mal über die Pläne, die bereits im Jahr 2022 erstmals umrissen wurde, zu informieren.Zuerst war aber das „Hochwasser Kompetenz Centrum“ vor Ort. Rund um ihr Infomobil vor der Turnhalle konnten sich Interessierte über Selbstschutzmaßnahmen in Sachen Feuchtes Nass informieren – sehr anschaulich präsentiert und gut erklärt von den Experten des HKC. Wie wichtig die Selbstschutzmaßnahmen sind und auch bleiben werden wird sich später an diesem Abend noch herausstellen.


Das Infomobil des Hochwasser Kompetenz Centrums
Das Infomobil des Hochwasser Kompetenz Centrums

Die eigentliche Präsentation des WVER war im Grunde genommen prima. Die durch Computersimulationen errechneten Maßnahmen und deren Kosten-Nutzen-Faktor wurden für jeden an der Wurm liegenden Stadtteile in Übach-Palenberg vorgestellt, deren Auswirkungen bei verschiedenen Hochwasserständen erklärt, und man sprach über die Zusammenhänge und Synergieeffekte im gesamten Wurmbereich und darüber hinaus.Auch wurde ehrlich und offen erwähnt, dass beispielsweise die Pläne im Bereich Zweibrüggen wegen des eher schlechten Kosten/Nutzen-Faktors noch einmal neu berechnet und überarbeitet werden müssen. So weit, so gut.


Pläne zu schmieden ist erst einmal prima, wichtiger ist dennoch, diese Pläne dann auch einmal umzusetzen. Sicher, Gut Ding will Weile haben, und meine Oma sagte immer „Aus Hopplahopp wird Uppsalla“, aber gerade wenn es um Existenzen und Menschenleben geht, ist Eile geboten. Deshalb war die wichtigste des Frage des Abends nun einmal wann es denn nun losgeht mit den Maßnahmen. Und auf diese Frage musste der WVER kleinlaut und nach meinem persönlichen Empfinden auch selbst sehr bedrückt zugeben:

„Wir wissen es nicht.“

Der Hammer des Abends – lautes Gemurmel, allgemeine Unmutsbekundungen, zum Glück blieb alles sehr zivil, worüber ich sehr froh war. Aber woran liegt es, was willste machen?

Präsentation der Planung der Hochwasserschutzmaßnahmen im Stadtgebiet Übach-Palenberg
Präsentation der Planung der Hochwasserschutzmaßnahmen im Stadtgebiet Übach-Palenberg

Ich weiß zufälligerweise, dass gerade die Berechnungen von fluidem sehr aufwändig ist. Wasser ist nun einmal kein fester Körper, der sich mit einer oder zwei mathematischen Formeln umschreiben lässt, und wenn es um große, fliessende Wassermengen handelt kommt jeder Supercomputer ins Schwitzen. Eulersche Gleichungen hier, Navier-Stokes-Modell da, und wenn man dann noch die Zusammenhänge mit Geologie, Sedimenten, wechselnde Umweltbedingungen sowie marodierende Biber und anderen Kram mit einberechnet ist man sehr schnell im Bereich der Chaostheorie.


Deswegen muss das gesamte Wurmgebiet in Teile aufgespalten werden, die einzeln berechnet werden können. Diese Ergebnisse werden dann noch einmal in Zusammenhang untereinander simuliert. Das dauert, das kostet Rechenzeit, das kostet Geld, das kostet Nerven.


Gibt es da eine Lösung außer „Mehr finanzielle Mittel und mehr Rechenpower für WVER & Co.“? Volunteer-Computing in der Cloud vielleicht, also so etwas wie anno dazumal Seti@Home oder World Community Grid?


Die ganze Wurm einfach einzudeichen kann und wird keine Lösung sein, das ist klar. Dennoch bleibt zu hoffen, dass den Menschen im Wurmtal zuliebe doch irgendwie Gas gegeben werden kann bei der Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen. Bis dahin bleibt nur, die Gummistiefel griffbereit zu halten – das nächste Hochwasser wird kommen – es fragt sich nur wann.

 
 
 

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