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Kinder und Jugendliche bleiben leider Randgruppe

  • marcelseipel
  • 1. März
  • 3 Min. Lesezeit

Am 25. Februar 2026 hat die SPD-Fraktion im Stadtrat Übach-Palenbergs den Antrag gestellt, Kinder und Jugendliche in unserer Stadt stärker in demokratische Prozesse einzubinden und aktiv mitgestalten zu lassen - in der Form eines Kinderbürgermeisters. Ziel des Antrags war, mithilfe eines repräsentativen Vertreters die Wünsche und Anliegen unserer Jüngsten ins Rampenlicht zu rücken - medial, öffentlich, schwarz auf weiß und damit nicht zu ignorieren - jedenfalls nicht mehr so einfach. Aber daraus wird erst einmal nichts.

Tja.
Tja.

Stand heute darf die junge Generation alle Jubeljahre mal ihre Ideen auf ein Zettelchen schreiben, welches dann an eine Pinnwand gepappt und danach von den meisten gewählten Partikularinteressensvertretern oft genug geflissentlich ignoriert wird. Keine bis kaum Rückmeldung, und niemand weiß, ob und wann Projekte umgesetzt werden, sollte denn mal eine Idee gut in den Kram jemandes passen, der bei der nächsten Wahl nach Stimmen von Neuwählern fischt. Wenn die Kids Glück haben steht dann irgendwann eine neue, schön bunt angemalte Schaukel irgendwo zwischen Scherpenseel und Siepenbusch, und zwischendurch war mal ein "Workshop" dazu, wo dann drei bis fünf Kinder saßen. Immerhin. Eines der Probleme ist - in den vergangenen 30 Jahren wurden Schritt für Schritt Angebote für Kinder und Jugendliche aus den Dörfern heraus"optimiert" und zentralisiert wieder angeboten, "natürlich" entstandene Rückzugs- und Aufenthaltsmöglichkeiten in den Wohngebieten umzäunt, mit Verbotsschildern umzingelt oder an anderen Stellen inadäquat ersetzt. Eines der besten Beispiele ist der Bolzplatz in Frelenberg: wurde im Zuge der Einfriedung der GGS einfach mit eingezäunt und verschlossen, und mittlerweile weiß offenbar niemand mehr so recht wo der Schlüssel ist. Die Nachwuchs-Messis aus der Siedlung können ja noch bis zum Kirmesplatz Teverenstraße laufen oder radeln und da dann im Slalom um Hundehaufen herum auf EIN (in Zahlen: 1) Nicht-Altersgerechtes Tor zudribbeln - oder? Nein, Mann. Wer nicht zu Zeiten des Pyramidenbaus emporwuchs und noch vage Erinnerungen an seine Kindheit hat weiß noch - man war spontan. Die Entscheidungsfindung in Cliquen zum Thema "Was machen wir heute?" fand in wenigen Sekunden statt. Stand heute ist es allerdings so, dass bei der Freizeitgestaltung erstmal eine 20-minütige Busfahrt oder ein 4km-Marsch mit eingeplant werden müsste. Hättest DU damals Bock dazu gehabt? Ja nee is' klar. Und spontan sind Kinder noch heute, daran hat sich nichts geändert. Oder möchten sie sein. Und wenn der eine oder andere Mini-Chaot seine Energie nicht innerhalb von 5 Minuten umme Ecke beim bolzen, skaten oder biken abbauen kann macht der eben auch mal spontan was kaputt. Es fehlt also an allen Ecken und Enden vor allem in den peripheren Stadtteilen an dauerhaften Angeboten. Was wäre die Lösung? Wir weißen, alten Männer und Frauen aus der Feierabendpolitik sitzen nun mal nicht mehr täglich neben den Heranwachsenden auf dem Bordstein - wäre auch sehr creepy. Einen wirklichen Plan haben wir also nicht - also fragen wir sie einfach. Geben wir ihnen eine Stimme. Nehmen wir sie ernst. Machen wir ihre Anliegen öffentlich. Oder halt nicht, danke erst einmal dafür. Damit zurück in den Stadtrat - der Gegenvorschlag der Anderen kommt bald - eine Abordnung aus den Schülervertretungen unserer Schulen soll dann und wann vor dem Stadtrat oder 'nem Ausschuss Sorgen und Nöte vortragen können. Okay, sehen wir das erst einmal positiv, dann wären schon einmal die Belange aus den Schulen abgedeckt - immerhin. Aber wer einmal ohne Hilfe einer KI das Schulgesetz NRW durchstöbert wird schnell merken dass das gar nicht die Aufgabe der Schülervertretungen sein soll. Und es auch nicht sein kann, denn: Engagement in Schülervertretungen ist sowieso schon ein Aufwand, der neben Hausaufgaben, Klausuren und sonstigem Schulkram bewältigt werden muss. Ich persönlich möchte den Schülervertreter*innen nicht auch noch zusätzlich zumuten, sich Gedanken um Dinge zu machen die nach Schulschluss am anderen Ende der Stadt passieren, um daraus möglicherweise in Gruppenarbeit konkrete Anliegen zu formulieren. Es wäre auch eine beschränktere Zielgruppe und nicht repräsentativ für ALLE Kinder- und Jugendliche. Eines der Gegenargumente aus bestimmten Kreisen war auch, dass ein von einem Kinderparlament gewählter Kinderbürgermeister nicht mehr wäre als ein Maskottchen. Nun - wenn man die ganze Sache nicht ernst nimmt wäre das auch so. Das liegt also an dir selbst, gell. Bleiben wir also leider erst einmal bei Status Quo, liebe Kinder: der Kummerkasten für Generation Wackelzahn, YumYum-Knabberer und Co hängt im Keller des Rathauses und wird vierteljährlich geleert - meistens direkt in den Schredder.

Dieses Symbolbild ist KI-generiert - obviously, duh!
Dieses Symbolbild ist KI-generiert - obviously, duh!

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