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Wieder 5 Jahre Bratwurst und Bier?

  • marcelseipel
  • 20. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Sept. 2025


Die Kommunalwahl 2025 ist beinahe vorbei - in Übach-Palenberg steht noch die Stichwahl um den Bürgermeisterposten an. Im ersten Wahlgang am 14.9. hat sich der amtierende Bürgermeister auf Platz 2 übers Ziel gerettet, unsere Kandidatin Christine Stadler geht als leichte Favoritin am 28.9. ins Rennen. Wir haben einen exzellenten Wahlkampf hingelegt, der auch von vielen Bürger*innen unserer Stadt wohlwollend aufgenommen und dann auch in der Wahlurne honoriert wurde. Modern und frisch ohne cringe, bürgernah ohne aufgesetzte Kumpelhaftigkeit, kreativ ohne verkopft zu wirken, fachliche Kompetenz ohne Oberlehrerattitüde - unsere Kandidaten und unser ganzes Wahlkampfteam wurden damit 1 zu 1 abgebildet. Stimmenanzahl gehalten, Ratssitze gehalten - kann man halbwegs mit leben wenn man die komplett veränderte politische Landschaft und die Stimmung im Land im Hinterkopf behält.


Für mich als Neuling in der Kommunalpolitik sprang in meinem Wahlkreis ein solider zweiter Platz heraus, und aufgrund meines Listenplatzes reichte es knapp nicht für einen Einzug in den Stadtrat. Positiv zu beurteilen ist allerdings, dass die rechte Zusammenrottung, die in meinem Heimatdorf angesichts des lokalen Wahlergebnisses aus der Bundestagswahl sicher auf ein Direktmandat spekulierend hier einen ihrer "Spitzen"kandidaten aufstellte und in Frelenberger Etablissements fleissig geifernd und hetzend Tresenagitation betrieb, etwa 10% verlor und damit "nur" auf Rang 3 wiederzufinden war. Nun sind Kommunalwahlen in eher kleineren Kommunen immer eine "Nasenwahl", und Vereinsmeierei spielt - auch wenn wir nicht mehr das Jahr 1960 schreiben - immer noch eine grössere Rolle als für die Zukunft unserer Stadt gut ist. Man muss sich fragen, ob Menschen, die in zig grossen Vereinen tätig sind, tatsächlich Zeit für ernsthafte Ratsarbeit haben. Ob diese Menschen nach dem organisieren und durchführen von Dorffesten und Sommerparties nicht doch eigentlich zu müde sind, um die notwendigen Hausaufgaben zu erledigen, die für eine sinnvolle und vor allem gewissenhafte Aufarbeitung von Anträgen und dergleichen vonnöten sind. Kontakte und Bekanntheit durch Vereinsarbeit täuschen nicht über den Fakt hinweg, dass auf der "Habenseite" nach 5 Jahren Ratszugehörigkeit nicht allzu viel vorzufinden ist - abgesehen von durchaus erfolgreichen und beliebten Vereinsfesten. Cleverer war diese Art "Wahlkampf" am Ende aber doch - dass man mit Bratwurst keine Schlaglöcher stopft ist nach einigen Stuppis ja völlig egal.


Jetzt also noch Endspurt zur Stichwahl - der Ton wurde direkt nach der Wahl am 14.9. seitens vieler rauer - verständlich ob der verlorenen Ratssitze und des Gegenwinds den der amtierende Bürgermeister bekommt. Ob das klug ist oder man sich durch dieses wilde um-sich-schlagen ins eigene Fleisch schneidet bleibt abzuwarten. Was allerdings empörend und mit keinem Argument der Welt schönzureden ist - niemand von der CDU lehnte die Wahlempfehlung der AffD für Oliver Walther, die umgehend nach Bekanntgabe der Ergebnisse kam, dankend ab. Niemand.

Man baut also bei der Stichwahl um den Bürgermeisterposten auf Stimmen von Antidemokratischen Zusammenrottungen, damit man weitere 5 Jahre lang mit Bratwurst und Bier die Menschen ruhigstellen kann, um über die eigene Trägheit und Einfallslosigkeit hinweg zu täuschen. Der Sessel scheint ungemein gemütlich zu sein, und damit man sich wie der Sheriff vom Dorf fühlen kann sind moralisch-ethische Bedenken natürlich eher hinderlich.

 
 
 

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